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Der Schwarze Mann als Angstmacher
Schornsteinfeger suggerieren,
sie sollten abgeschafft werden. Es geht aber um
die Abschaffung ihres Monopols
Jeder kämpft um seinen
Arbeitsplatz. Das ist verständlich und heutzutage
sehr legitim. Wenn es brenzlig wird mit dem Erhalt
seines Arbeitsplatzes, greift man auch schon mal
zu ungewöhnlichen Mitteln, um seine Existenz
zu sichern. Das ist auch einem Schornsteinfeger
zuzubilligen. Doch bitte mit ehrlichen Mitteln!
Der Bezirksschornsteinfegermeister des Kehrbezirkes
1107 in 10365 Berlin, Herr Hartmut I., verteilt
während seiner "überprüfungen"
an die aufgesuchten Wohnungsinhaber einen Bürgerbrief,
den sie als ihre Meinungsäußerung an
die Regierung schicken sollen. Fegermeister I.
suggeriert hier seinen "Kunden", das
Schornsteinfegerhandwerk solle abgeschafft werden.
Tatsache ist aber, das Schornsteinfegerwesen in
Deutschland soll den in der EU geltenden Regeln
angepaßt werden, und dazu paßt nicht
mehr das System eines staatlich gesicherten Kehrmonopols,
bei dem man sein Unternehmen durch staatliche
Regulierung auf Kosten der Bürger gesichert
bekommt, wie das bisher der Fall ist. Abzuschaffen
sind auch die finanziellen Doppelbelastungen der
Bürger durch die im Bereich moderner Heiztechnik
unnötigen Tätigkeiten der Schornsteinfeger.
Moderne Heiztechnik ist sicher. Elektronisch gesteuerte
Anlagen schalten sogar automatisch ab, falls doch
mal in den Abgasschacht jener Vogel fallen sollte,
mit dem die Innung der Schornsteinfeger häufig
argumentiert, um ihre Berechtigung bestimmter
Tätigkeiten zu begründen.
Anstatt Geld, staatlich angeordnet, an Schornsteinfeger
für nicht mehr zeitgemäße und
überflüssige Tätigkeiten zahlen
zu müssen, sollte sich jeder für etwa
das gleiche Geld einen Fachbetrieb des Installationshandwerks
nach eigener Wahl leisten dürfen, um regelmäßige
überprüfungs- und Wartungsarbeiten durchführen
zulassen, damit die Anlagen effektiv und kostengünstig
arbeiten. So würde auch gesichert, daß
die im Bundesimmissionsschutzgesetz geforderten
Abgaswerte eingehalten werden.
Warum also soll der Bürger eigentlich dafür
sein, daß alles beim Alten bleibt, "der
Schornsteinfeger seine Aufgaben behält und
diese weiterhin wettbewerbslos und neutral durchführt"?
Warum soll sich der Bürger durch die überprüfung
seiner Heizungsanlage durch den Schornsteinfeger
sicherer fühlen? Warum soll der Bürger
Prüf- und Reinigungsarbeiten ohne Gewährleistung
vom Schornsteinfeger durchführen lassen,
wenn er doch die komplette Wartung mit Handwerkergarantie
für das gleiche Geld von einem Betrieb des
Fachhandwerks seiner Wahl erhalten kann? Warum
soll denn die freie Wahl eines eingetragenen Fachbetriebes
für den Bürger schlecht sein? Hat der
Herr Schornsteinfegermeister I. wirklich noch
nichts von "Marktwirtschaft" gehört?
Tatsache ist, daß die Schornsteinfeger ihre
Pfründe leicht verdienten Bürgergeldes
schwinden sehen. Anstatt sich aber durch weitgreifende
Qualifizierung und Umstrukturierung ihrer Betriebe
den neuen Aufgaben und Anforderungen des europäischen
Marktes zu stellen und als wirkliche Handwerksbetriebe
in den Wettbewerb einzuordnen, verfallen sie offensichtlich
in verzweifelten Aktionismus zum Erhalt des alten
Zopfes.
Schornsteinfeger! Nehmt den Mut zusammen, stellt
Euch den neuen Anforderungen des europäischen
Marktes. Bringt Eure spezifischen Erfahrungen
ein, dann findet Ihr auch Euren Platz im wettbewerbsorientierten
Markt. Das klassische Gebiet der Essenkehrer bleibt
Euch sowieso erhalten. Das kann und will Euch
keiner nehmen. Und gerade darauf gründet
doch Eurer Berufsstolz.
Hans-Günter Burghardt
Fachgruppe Kommunale Gebühren
und Abgaben
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